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„Tsunamiwelle“ im Saalekreis Schwimmende Autos und bedrohte Existenzen

Nemsdorf-Göhrendorf -

Die Kreisleitstelle hatte längst aufgehört, die Zahl der Einsätze zu zählen. Nachdem am Freitagabend ein teils verheerendes Unwetter über den Saalekreis hinweggezogen war, waren die Feuerwehren in mehr als 25 Kommunen unterwegs - in Querfurt und vielen seiner Ortsteile, im Geiseltal, in Schafstädt und Bad Lauchstädt.

Am härtesten hat es aber vermutlich das Weida-Land und hier vor allem Nemsdorf-Göhrendorf getroffen. Das Wasser stand hier meterhoch in der Straße über dem Weidenbach. „Ich bin 30 Jahre im Ort - so etwas haben wir noch nicht erlebt. Hier ist die Hölle los“, sagte Hans-Joachim Denner, dessen Hof nicht betroffen war, der aber herüberkam, um zu helfen. „Hier gehen Existenzen zugrunde.“

Mann aus Nemsdorf-Göhrendorf: Wir hatten Hagel und Regen in unvorstellbarem Ausmaß

„Wir hatten Hagel und Regen in unvorstellbarem Ausmaß - innerhalb von drei Minuten war das Erdgeschoss vollgelaufen“, erzählt Loreen Krieger. „Dann gab es einen Knall und die riesige Grundstücksmauer vom Nachbargrundstück wurde von den Wassermassen umgehauen, so dass sogar unser Haus nebenan mitvibriert hat. Ich habe zwei kleine Kinder, und wir konnten uns dann einfach nur ins Obergeschoss retten“, erzählt Krieger, die im Haus ihres Vaters zu Gast war.

 

Im Nachbarhof erlitten zwei Autos Totalschaden. „Der Wagen hier stand nicht an der Toreinfahrt, der war viel weiter hinten geparkt. Der wurde einfach rumgeschwemmt“, sagt Solvig Schärf, als sie vor dem Haus ihrer Mutter steht. „Das Wasser kam vom Acker aus Richtung Barnstädt wie eine Tsunamiwelle. Das kann sich keiner vorstellen.“

Wasser und Schlamm reißen Auto mit

Diese Wellen rissen auch ein kleines rotes Auto mit, das dann an einer kleinen Brücke hängenblieb. „Ich hatte es etwa zwei Stunden zuvor an der Straße geparkt“, erzählt Silke Stechemesser. Die 49-Jährige bereitete mit Freunden eine Geburtstagsfeier vor, als sie merkte, dass ihr Auto weg ist. Sie nimmt es trotzdem mit Humor. „Das Auto war 15 Jahre alt, reden wir nicht drüber. Nur der Auspuff, den hab ich erst vor zwei Wochen erneuern lassen“, schmunzelt die 49-Jährige, die im Burgenlandkreis lebt.

 

Das kleine rote Auto hat die Schwimmprüfung nicht überstanden.

Foto: 

Peter Wölk

Zwei junge Frauen hatten aus dem Fenster beobachtet, wie die Wassermassen das rote Auto erfassten und haben ein Handy-Video gedreht. „So etwas habe ich noch nicht gesehen - jedenfalls nicht bei uns “, meint die eine. Und da sind sich die Einwohner des kleinen Ortes einig. Zumal das Unwetter auch zu Strom- und Telefonausfall führte.

Unwetter im Saalekreis: War es eine Wasserhose?

Doch warum war es so schnell so viel Wasser, das über den Ort hereinbrach? Manche Einwohner vermuten eine Wasserhose ob der Wucht, mit der das Wasser hereinschlug.

 

Ortswehrleiter Sebstian Weber zeigt, wie hoch in Nemsdorf-Göhrendorf das Wasser gestanden hat.

Foto: 

Peter Wölk

„Als es anfing, dachte ich noch, wir reden von 50 Zentimetern Wasser, aber das hier ist eine Katastrophe“, sagt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Kay-Uwe Böttcher (CDU), den die MZ gemeinsam mit Brandabschnittsleiter Rudolf Bernhardt in der Göhrendorfer Dorfstraße traf. „Wir haben alles an Maschinen und Geräten zusammengeholt, was die Bauhöfe der Ortsteile hergaben“, so Bernhardt. Bereits am Freitagabend mussten in Nemsdorf-Göhrendorf die Gäste einer privaten Feier mit einem Traktor aus der Gaststätte „Goldener Stern“ gerettet werden.

„Wo sind der Katastrophenschutz und das THW?“

Einige vom Unwetter Betroffene fragten: Wo sind der Katastrophenschutz und das THW? „Das THW war zum Beispiel am Sonntag in Nemsdorf-Göhrendorf unterwegs, weil dort in einem Keller Öltanks ausgelaufen waren und rund 90 Kubikmeter Öl-Wasser-Gemisch abgepumpt werden müssen“, sagte der stellvertretende Landrat Hartmut Handschak auf Anfrage der MZ. „Allerdings kann das wirklich erst am Montag gemacht werden, weil wir dazu eine Spezialfirma brauchen.“ Grundsätzlich könne der Stab ’Außergewöhnliche Ereignisse’ einberufen werden, wenn die Kommunen an ihre Grenzen geraten. Das sei nach derzeitigen Erkenntnissen nicht der Fall.

Von den Berichten über das Unwetter im Saalekreis erschüttert, meldete sich Ministerpräsident Reiner Haseloff am Wochenende bei Saalekreis-Landrat Frank Bannert (beide CDU) und fragte, ob das Land helfen könne. „Wir haben verabredet, dass am Montag mit den betreffenden Bürgermeistern gesprochen wird und ich mich dann mit dem MP in Verbindung setze“, sagte Bannert der MZ. (mz)

 

– Quelle: http://www.mz-web.de/26943050 ©2017

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